An Corona spalten sich mehr und mehr die Geister. Und nicht nur das: Unsere Gesellschaft spaltet sich schon wieder auf. „Bist du für oder gegen Corona-Maßnahmen?“ Was für eine Frage. Ich bin für sinnvolle, wirksame und verhältnismäßige Maßnahmen. Und gegen symbolisch-aktionistische, die nur der Profilierung einzelner Politiker als besonders hart oder eben besonders liberal dienen sollen und die keine signifikante Reduzierung der Fallzahlen bringen.

Die Verkürzung auf ein „dafür“ oder ein „dagegen“ hatten wir schon einmal. 2015. Zur Zeit der Flüchtlingskrise. Und sie wirkt bis heute nach. Auch damals wurde man entweder schnell pauschal als naiver „Gutmensch“ oder als ausländerfeindlicher „besorgter Bürger“ in Schubladen gesteckt, in die wohl die wenigsten von uns so klar einzuordnen sind.

Es gibt – wie so oft – nicht nur schwarz oder weiß. Es muss etwas dazwischen geben. Und das gilt auch hinsichtlich Corona. Menschen, die jegliche wissenschaftliche Erkenntnisse und teilweise die Existenz von Corona grundsätzlich leugnen, werden wir wohl (leider) nicht mehr zurückgewinnen.

Aber Menschen, die berechtigte Kritik an einzelnen Maßnahmen äußern und deren Wirkung oder Verhältnismäßigkeit schlicht kritisch hinterfragen, die müssen ihren festen Platz in unserer Gesellschaft haben.

Denn man kann Corona als ernste Gefahr wahrnehmen und trotzdem gewisse Maßnahmen als inkonsistent oder unverhältnismäßig erachten.

Beispielsweise wenn Kinder und Jugendliche in der Schule strengstens auf Abstand getrimmt werden, teilweise ihre Freunde nicht mehr treffen sollen, aber danach in den vollkommen überfüllten Bus steigen sollen.

Wenn man wegen Corona selbst an frischer Luft und auf Abstand offiziell nicht mehr seine engsten Bezugspersonen treffen darf.

Wenn einzelne Branchen mit Milliarden zugeschüttet werden und andere Branchen ewig – oder gar vergeblich – auf Hilfe warten.

Wenn aus gesundheitlichen Gründen (Corona) andere gesundheitlich hochrelevante und sinnvolle Aktivitäten wie Bewegungsangebote verboten werden.

Fast jeder von uns kennt so ein Beispiel aus seinem eigenen Umfeld. Und klar: bei manchen dieser Punkte mag man auch bei längerem Abwägen zum Schluss kommen, dass es leider der bestmögliche Weg ist. Bei anderen würden wir aber vielleicht merken, dass die Argumente für eine Korrektur überwiegen.

Doch all das setzt einen breiten gesellschaftlichen Diskurs voraus.

Wenn wir als vermeintlich aufgeklärte Gesellschaft diesen Diskurs nicht führen, dann suchen sich viele Menschen andere Anlaufstellen. Die Ränder werden weiter gestärkt uns es findet eine weitere Zuspitzung auf zwei vollkommen gegensätzliche Pole statt.

Eine solche Polarisierung müssen wir aber unbedingt verhindern. Denn eine polarisierten Gesellschaft ist gelähmt. Sie kann keine Probleme lösen. Siehe Amerika. Für uns alle wäre das nicht nur mit bei Corona gefährlich. Sondern ebenso mit Blick auf alle weiteren großen Herausforderungen der nächsten Jahre.

Wir alle gemeinsam. Als kritische Geradeaus-Denker. Wie wär’s?

Bild: http://www.pixabay.de

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